Load/Speed-Index für Erdbewegungsreifen
Was der Load-/Speed-Index eines Erdbewegungsreifens bedeutet
Der Load-Index (LI) gibt die maximale Tragfähigkeit des Reifens an. Bei radialen EM-Reifen wird diese als LI angegeben, während bei Diagonalreifen häufig eine PLY-Bewertung (PR) verwendet wird. Der Speed-Index bestimmt anschließend, bei welcher maximalen Geschwindigkeit diese Tragfähigkeit gilt. Diese beiden Werte zusammen bilden den Load-/Speed-Index. Ein Reifen mit LI 180 A2 darf somit eine bestimmte Last bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h tragen. Erdbewegungsreifen sind für hohe Lasten und niedrige Geschwindigkeiten ausgelegt, weshalb Wärmeentwicklung ein entscheidender Faktor bleibt. Je höher die Geschwindigkeit, desto geringer wird die effektive Tragfähigkeit des Reifens. Die Kombination der Indizes verhindert unnötige Erwärmung, Verformung oder Überlastung der Reifen.
Geschwindigkeitsklassen im Erdbewegungseinsatz (A2 bis F)
Erdbewegungsreifen fallen in eine begrenzte Anzahl offizieller Speed-Indizes. Diese Geschwindigkeitsklassen sind speziell auf EM-Maschinen abgestimmt:
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A2 → 10 km/h (Radlader / Loader)
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A5 → 25 km/h (industrielle EM-Reifen)
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A8 → 40 km/h (Grader)
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B → 50 km/h (Knick- und Starrrahmendumper)
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E/F → 70–80 km/h (Mobilkrane)
Maschinen, die häufig zwischen Gelände und Straße wechseln, wie Mobilkrane, benötigen Reifen mit höheren Speed-Indizes. In Deutschland und Österreich werden deutlich höhere Geschwindigkeiten gefahren als in Osteuropa, weshalb E/F-Reifen dort verbreiteter sind. Radlader und Dumper fahren dauerhaft langsamer, jedoch mit höheren Achslasten. Daher verfügen diese Maschinen über niedrigere Speed-Indizes, aber deutlich stärkere Karkassenkonstruktionen.
Warum unbeladener Transport bei EM-Maschinen häufig vorgeschrieben ist
Wenn Erdbewegungsmaschinen längere Strecken auf befestigten Straßen zurücklegen, dürfen sie in der Regel nur unbeladen fahren. Dafür gibt es zwei Gründe:
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Hohe Achslasten verursachen extreme Wärmeentwicklung, wodurch sich Gummischichten ablösen können.
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Erdbewegungsreifen haben eine dickere Lauffläche, die weniger Kühlung bietet als bei Lkw-Reifen.
Hitze ist der größte Feind von Erdbewegungsreifen. Bei Geschwindigkeiten über 25–40 km/h steigt die Temperatur schnell an. Unbeladenes Fahren verhindert eine Überlastung der Karkasse und schützt den Reifen vor Rissbildung, Strukturbrüchen und Blow-outs. Insbesondere Mobilkrane mit Speed-Index E/F müssen bei längeren Transportstrecken unbeladen fahren.
Tabelle: Maximale Geschwindigkeiten je EM-Reifentyp
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Anwendungen und zugehörigen Speed-Indizes:
Spezifische Geschwindigkeitsindizes für Erdbewegungsreifen
| Einsatz | Maximale Geschwindigkeit | Zugehöriger Speed-Index |
| Reifen für Radlader | 10 km/h | A2 |
| Industriereifen | 25 km/h | A5 |
| Reifen für Grader | 40 km/h | A8 |
| Transportreifen | 50 km/h | B |
| Reifen für Mobilkrane | 70/80 km/h | E/F |
Diese Geschwindigkeiten basieren auf internationalen EM-Normen. In der DACH-Region werden Reifengeschwindigkeiten strenger kontrolliert, während in Osteuropa die Transportdistanzen häufig länger sind, was zusätzliche Aufmerksamkeit für Wärmeentwicklung und Luftdruck erfordert.
Wärmeentwicklung, Kühlung und Abkühlphasen
Bei höheren Geschwindigkeiten erwärmt sich das Gummi schnell. Wird der Speed-Index überschritten, besteht die Gefahr, dass die Karkasse überhitzt und das Reifenmaterial verbrennt oder sich die Struktur löst. Bei Einsätzen über 40 km/h oder bei langen Straßentransporten muss teilweise eine Abkühlphase eingelegt werden. Dies gilt insbesondere für Mobilkrane und Grader mit längeren Fahrstrecken. Die Karkasse muss die gespeicherte Wärme abgeben können, bevor die Maschine wieder voll belastet eingesetzt wird. Kühlungsgrenzen unterscheiden sich je nach Marke, Konstruktion und Luftvolumen des Reifens.
Luftdruck: entscheidend für Last und Geschwindigkeit
Der Luftdruck bestimmt maßgeblich, wie schnell ein EM-Reifen sicher fahren kann. Zu niedriger Druck führt zu zusätzlicher Verformung und Wärmeentwicklung, während zu hoher Druck die Aufstandsfläche verkleinert. Der richtige Luftdruck hängt ab von:
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der Achslast (beladen / unbeladen)
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dem Einsatzgebiet (Sand, Fels, Asphalt)
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der Geschwindigkeit (A2, A5, A8, B oder E/F)
In der Produktübersicht des Heuver-Erdbewegungsreifenbuchs ist für jeden Reifen der empfohlene Druck angegeben. In Deutschland werden häufiger höhere Geschwindigkeiten gefahren, weshalb höhere Druckeinstellungen erforderlich sind als in der Benelux-Region oder in Osteuropa.
Praktische Richtlinien für den sicheren Einsatz von EM-Reifen
Für den sicheren Einsatz von Erdbewegungsreifen befolgen Sie stets vier Grundregeln:
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Beachten Sie den Speed-Index, um Wärmeentwicklung zu vermeiden.
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Fahren Sie unbeladen, wenn die Maschine längere Strecken auf der Straße zurücklegt.
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Kontrollieren Sie den Luftdruck vor jedem Einsatz, insbesondere bei wechselnder Belastung.
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Befolgen Sie die Belastungs- und Geschwindigkeitsvorgaben des Herstellers, um Schäden an der Karkasse zu vermeiden.
Im Erdbewegungsreifenbuch finden Sie alle technischen Daten, Tabellen und Druckempfehlungen je Marke und Ausführung. Unsere Spezialisten unterstützen täglich Kunden in der Benelux-Region, Deutschland und Osteuropa bei der Auswahl des richtigen Load-/Speed-Index.
Häufig gestellte Fragen (FAQ).
1. Was bedeutet der Load-/Speed-Index bei Erdbewegungsreifen?
Es ist die Kombination aus Tragfähigkeit (LI) und maximaler Geschwindigkeit (Speed-Index).
2. Warum dürfen EM-Maschinen auf der Straße oft nur unbeladen fahren?
Weil beladener Transport den Reifen zu stark erhitzt und die Karkasse beschädigen kann.
3. Ist A2 der richtige Speed-Index für Loader?
Ja, Loader fahren standardmäßig bis 10 km/h → das entspricht Speed A2.
4. Warum benötigen Mobilkrane Reifen mit E/F-Index?
Weil sie höhere Transportgeschwindigkeiten (70–80 km/h) erreichen als andere EM-Maschinen.
5. Wie kenne ich den richtigen Luftdruck für meinen EM-Reifen?
Dieser ist im Erdbewegungsreifenbuch und auf der Produktseite des Reifens angegeben.
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